Bräutliche Bedeutung des Leibes (Nazaret-Betrachtung KW 31-33/2011)

11. August 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von P. George Elsbett LC

Das Konzept „Bräutliche Bedeutung des Leibes“ erscheint in den Katechesen von Johannes Paul II über die Theologie des Leibes 117 mal. Es ist der zentralste und wichtigste Begriff der ganzen Theologie des Leibes. Begründet ist der Begriff in der Bewertung, dass der Leib in seiner zweifachen Form des Daseins – als Mann und als Frau – sowie der Sexualakt selbst, gut ist. Inhaltlich will der Begriff zum Ausdruck bringen, dass der Leib durch das Geschenk seiner selbst zum Ausdruck der Liebe wird. Oder, anders ausgedrückt: das Attribut „bräutlich“ bezieht sich auf der Fähigkeit des Menschen durch seinen Leib Liebe auszudrücken in dem er durch diesen Leib zum Geschenk wird. In dieser Weise erfüllt der Mensch den Sinn seines Daseins. Noch mal anders: Die „bräutliche Bedeutung des Leibes“ will zum Ausdruck bringen, dass der Leib von innen her auf die „Gemeinschaft von Personen“ orientiert ist, für diese Gemeinschaft geschaffen und letztendlich, seine Erfüllung in der Gemeinschaft mit Gott selbst und, durch ihn, mit der „Gemeinschaft der Heiligen,“ findet.[1] <<<<<<<<
 
Der Leib deutet von sich aus auf Gemeinschaft hin. Das ist, was wir im „Mannsein“ und „Fraussein“ des Menschen entdecken können. Der Leib in seiner männlichen und in seiner weiblichen Form sagen etwas aus: ich bin nicht für mich selbst geschaffen, ich kann in meinem Leib einen tiefen Sinn entdecken, ein Ruf zur Liebe. Gerade weil Liebe nur frei geschenkt und nicht erzwungen werden kann, bleibt der „Ruf“ des Leibes zur Gemeinschaft in der Liebe immer nur ein „Ruf“. Ob der Mensch den Sinn seines Daseins erfüllt oder nicht hängt von der Freiheit seiner Gabe ab, mit anderen Worten, ob er sich selbst in der Liebe zum Geschenk macht oder auch nicht. <<<<<<<<
 
Das sichtbare Spezifische des Mannes und das sichtbar Spezifische der Frau deuten hin auf eine unsichtbare Wirklichkeit, die „bräutliche Bedeutung“, die sich in einer dreifachen Erfahrung zum Ausdruck bringt: in der Einsamkeit, in der Einheit und in der Nacktheit. Diese drei Aspekte formen die Basis eines Verständnisses von dem, was dem Menschen wesentlich ist.[2] <<<<<<<<
 
Diese drei Begriffe – Einsamkeit, Einheit, und Nacktheit, betrachtet in der vierfachen Ordnung – das des Paradieses, das der gefallenen Welt, das der erlösten Welt und das des Himmels, bildet den Inhalt der ganzen Theologie des Leibes. Ein Überblick, wie, Anhand der drei erwähnten Grundaspekte des Menschlichen, die Geschichte des Menschen von Anfang her bis zu der Ordnung des Himmels hin aus der Perspektive eines Glaubenden Menschen zu verstehen ist, kann einen Gesamtbild der ganzen Theologie des Leibes und so des Menschen verleihen. <<<<<<<<

[1] Vgl. John Paul II, Man and Woman He Created Them, Boston 2006, S. 682-683. Dieser Absatz ist eine von mir abgeänderte und ergänzende Übersetzung der Erläuterungen im „Index of words and phrases“ des Übersetzers und Herausgebers dieses Buches, Michael Waldstein, zum Begriff, “Spousal meaning of the body.”
[2] Johannes Paul II, TdL, 13,2. <<<<<<<<

Heilige Maria, Du elfenbeinener Turm, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Zisterzienserinnen Marienfeld

Eltern beten für ihre Kinder

von P. George Elsbett LC

Einsamkeit
+ Ordnung von „Eden“ – Ordnung „des Anfangs.“
„Einsamkeit“ hat in deutschen eher einen negativen Beigeschmack (da passt der vom Latein abgeleiteter englischer Begriff „solitude“ besser). Der Mensch wird definiert nicht in Bezug zu den Dingen im Garten, sondern in seinem Bezug zu Gott, er ist Gottes Abbild.
Der Mensch erfährt sich als einzigartig und in diesem Sinn „alleine“ – er ist nicht wie der Stein, auch nicht wie eine Orange. Seine „Einsamkeit“ wird als positiv erfahren in dem Sinn, dass er nicht wie die anderen Dinge im Garten ist, sondern sich sehr wohl leiblich erfährt aber in seiner Leiblichkeit seine Subjektivität entdeckt. Diese Subjektivität drückt sich insbesondere in seiner Freiheit aus: er wird geboten, nicht von einen der Bäume im Garten zu essen – Steine kann man nicht befehlen, Orangen auch nicht. Seine Freiheit bringt mit sich Verantwortung. Verantwortung tragen setzt voraus, die Fähigkeit diese zu erkennen. Wenn er vom Baum isst, hätte er besser wissen sollen. Das heißt, erlebt „am Anfang“ seine Fähigkeit Wahrheit zu erkennen. Seine Freiheit befähigt ihn aber auch zur Liebe, ohne Freiheit ist Liebe nicht möglich, eine aufgezwungene Liebe ist ein Widerspruch. Wahrheitserkenntnis und Liebesfähigkeit sowie das damit verbundene Verantwortungsbewusstsein kennzeichnen die „Einsamkeit“ des Menschen und all das, wird als „gut, sehr gut“ von Gott her bestätigt. Hierauf beruht die erste Begründung der Würde des Menschen, in diesem „sehr gut sein“ des Menschen „am Anfang“ – in seinem tiefsten Sein. <<<<<<<<

Ordnung der gefallenen Welt.
Der Mensch wird wirklich „einsam“, er vertraut nicht auf Gottes Ordnung des „Schenkens und Geschenkt werden (siehe „Gemeinschaft“ in der Ordnung des „Anfangs“) sondern will aus der „Gemeinschaft“ ausbrechen, Dinge und andere an sich reißen, sie nützen für die eigene Zwecke. Seine Begierde drängt ihm dazu, statt sich beschenken zu lassen, den „Apfel“ selbst an sich zu reißen, selbst zu bestimmen was gut und schlecht für ihm ist und dadurch selbst sich zu „Gott zu machen“ – die Lüge zu glauben – „ihr werdet wie Gott sein“ – denn er war schon wie Gott, aber durch das Nachlaufen der Lüge, hat der Mensch begonnen sein „wie Gott sein“ zu verlieren in dem er der Liebe den Egoismus bevorzugt hat. Dadurch wird er immer mehr auf sich selbst angewiesen, er muss kontrollieren, er muss beherrschen, er muss alles in der Hand haben und er verfällt in einer immer größeren Alienation mit sich selbst und mit anderen. Aber gerade das lässt ihm seine ursprüngliche „Einzigartigkeit,“ seine Einsamkeit verlieren, denn er ist nicht mehr Herr über sich selbst, sondern wird immer mehr bestimmt von Außen her, von dem, was er nicht in seiner tiefen persönlichen „Einsamkeit“ wirklich ist: von der öffentlichen Meinung, von Erwartungshaltungen anderer, von seinem Egoismus, von seinen Begierden usw. <<<<<<<<

Heilige Maria, Du goldenes Haus, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Töchter der göttlichen Liebe

Eltern beten für ihre Kinder

von P. George Elsbett LC

Ordnung der erlösten Welt, Ordnung der Barmherzigkeit.
Der Mensch wird wiedergefunden. (Lk. 15,23 – der verlorene Sohn). Der verlorene Sohn war weit weg von sich selbst und von seiner Beziehung zum Vater gegangen, er war „verloren“ und nicht mehr wirklich bei sich. Gerade in seiner tiefsten Not, kommt ihm der Vater entgegen, schlachtet das Mastkalb für ihm. So dass er nicht sterben müsse, heftet Gott den Schuldschein des Menschen auf sein eigenen Kreuz, er selbst ist das „Mastkalb“.  Wir sind „reingewaschen im Blut des Lammes.“, „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab.“ Der Mensch wird von Gott beim Namen genannt: „Maria!“ „Rabbuni!“ Durch die Nachfolge des „Rabbunis“, durch das Entgegenkommen Gottes und die Nutzung der eigenen Fähigkeit zur Freiheit und zur Erkenntnis der Wahrheit über sich selbst und über Gott, beginnt der Mensch erneut „Ja“ zu Gott (mir geschehe nach Deinem Wort) zu sagen, vor allem, durch die Kraft dessen, der für den Menschen im einem Garten wieder „Ja“ sagt zu Gott („Vater! Nicht mein Wille sondern Dein Wille soll geschehen!). Die Verantwortung für die Nutzung der eigenen Freiheit wird immer weniger als eine Zwangsjacke eines Tyrannen empfunden, sondern als die Liebe eines Vaters, dem man sein Vertrauen schenken kann. Nach dem der Mensch in einem Garten zu Vater „nein“ gesagt hatte, ist durch das neue „Ja Vater!“ das hineinbrechen des neuen Friedens und Selbstsicherheit und wahre „Einsamkeit“ des Menschen eingeleitet worden. Gott erlöst das Herz und nach und nach wird die Begierde besiegt, der Mensch findet wieder zu Gott, dadurch zur Gemeinschaft – „wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm“ – und dadurch zu sich selbst. <<<<<<<<
 

+ Ordnung des Himmels.
Der Mensch findet sich selbst wieder, er wird in seiner Einzigartigkeit bestätigt (Off. 14,1): ICH trage seinen Namen. Sein Name ist nicht der Feind, sondern der Garant für meiner Einzigartigkeit, für meine „Einsamkeit“ – ich bin gut und ich bin wer ich bin, gerade WEGEN meiner Beziehung zu Ihm. <<<<<<<<

Heilige Maria, Du Arche des Bundes, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Caritas Socialis

admin Allgemein

Sel. Johannes Paul II über die Heilige Familie(Nazaret-Betrachtung KW 29+30/2011)

26. Juli 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von Johannes Paul II

An eine Pfarrei, Rom, 1978

Die Heiligen Familie: Jesus, Maria und Josef. Die Geburt eines Kindes ist immer der Anfang einer Familie. Die Geburt Jesu in Betlehem gab dieser Familie, die in der Geschichte der Menschheit einzigartig und außergewöhnlich dasteht, den Anfang. In dieser Familie kam der Sohn Gottes zur Welt, wuchs auf und wurde erzogen: er war empfangen und geboren worden von der Jungfrau-Mutter; er wurde gleichzeitig, von Anfang an, der echt väterlichen Fürsorge des Tischlers Josef aus Nazareth anvertraut, der vor dem jüdischen Gesetz der Ehemann Marias war und vor dem Heiligen Geist wert gefunden wurde, ihr Bräutigam und der väterliche Beschützer des mütterlichen Geheimnisses seiner Braut zu sein. <<<<

Die Familie von Nazareth (…) ist in der Tat das höchste Vorbild, an dem sich die Heiligkeit der Familien orientieren kann. Die Geschichte dieser Familie wird in den Evangelien in sehr gedrängter Form beschrieben. Wir erfahren nur wenige Ereignisse ihres Lebens. Trotzdem, was wir erfahren, genügt, um die wichtigsten Ereignisse im Leben jeder Familie verfolgen zu können und jene Dimension hervortreten lassen, die zu jeder Familie gehört: Vater, Mutter, Eltern , Kinder. Das Evangelium zeigt uns mit großer Klarheit, welcher Art die Erziehung in der Familie sein soll: „Er kehrte mit ihnen nach Nazareth zurück und war ihnen gehorsam…“ (Lk 2,51). Die Kinder und die jüngere Generation brauchen diesen Gehorsam, diese „Unterwerfung“, diese Bereitschaft, die reifen Vorbilder menschlicher Verhaltensweisen in der Familie anzunehmen. Auch Jesus war in dieser Weise gehorsam. Und an dieser „Unterwerfung“, an dieser Bereitschaft des Kindes, die Beispiele menschlichen Verhaltens zu akzeptieren, müssen die Eltern ihre eigene Lebensführung messen. Das ist der empfindlichste Punkt ihrer Verantwortung als Eltern, ihrer Verantwortung gegen diesen Menschen, der zunächst klein ist und dann heranwächst und der ihnen von Gott anvertraut wurde. Sie müssen sich auch alles vor Augen halten, was im Leben der Familie von Nazareth geschah, als Jesus zwölf Jahre alt war: Sie erziehen ihr Kind nicht für sich, sondern um seiner selbst willen, für die Aufgaben, die es einmal übernehmen soll. Der zwölfjährige Jesus antwortet Maria und Josef:
„Wusstet ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?“ (Lk 2, 49)
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Heilige Maria, Du geheimnisvolle Rose, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Salvatorianerinnen

Eltern beten für ihre Kinder

von Johannes Paul II

 Aus der Generalaudienz am 3.1. 1979 in Rom

Die Heilige Familie ist gleichzeitig eine Menschenfamilie, und deshalb wendet sich die Kirche in der Weihnachtszeit über die Heilige Familie an jede Menschenfamilie. Die Heiligkeit prägt dieser Familie, in der der Sohn Gottes zur Welt gekommen ist, einen einmaligen, unwiederholbaren, außergewöhnlichen und übernatürlichen Charakter ein. Und gleichzeitig können wir all das, was sich von jeder Menschenfamilie, von ihrer Natur, ihren Pflichten, ihren Schwierigkeiten sagen lässt, auch von dieser Heiligen Familie sagen. In der Tat, diese Heilige Familie ist wirklich arm; als Jesus geboren wird, hat sie kein Dach über dem Kopf, dann wird sie zur Flucht gezwungen, und als die Gefahr vorbei ist, bleibt sie ein Familie, die, bescheiden und arm, von ihrer Hände Arbeit lebt. >>>


Ihre Lage ist ähnlich der vieler anderer Familien. Durch sie sind wir mit allen Familien verbunden, mit jeder Gemeinschaft von Mann und Frau, in der ein neues Menschenwesen geboren wird. Sie ist eine Familie, die nicht nur auf den Altären als Gegenstand des Lobes und der Verehrung steht, sondern sie kommt durch so viele Episoden, die wir aus den Evangelien des hl. Lukas und des hl. Matthäus kennen, in gewisser Weise allen Menschenfamilien nahe. Sie ist belastet mit den tiefen, schönen und gleichzeitig schwierigen Problemen, die das Ehe- und Familienleben mit sich bringt. Wenn wir aufmerksam lesen, was die Evangelisten (vor allem Matthäus) über die Erlebnisse Josefs und Mariens vor der Geburt Jesu schreiben, werden wir die obern erwähnten Probleme noch deutlicher.  >>>

Heilige Maria, Duturm Davids, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Dominikanerinnen

admin Allgemein

Sel. Johannes Paul II über Maria (Nazaret-Betrachtung KW 25-28/2011)

5. Juli 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von Johannes Paul II

aus: Roasrium Virginis Mariae

Als Gebet um den Frieden ist der Rosenkranz auch und schon immer das Gebet der Familie und für die Familie. Früher war dieses Gebet den christlichen Familien besonders teuer und hat sicherlich die Eintracht unter ihren Gliedern gefördert. Dieses kostbare Erbe darf nicht verlustig gehen. Es tut Not, zum Beten in der Familie und zum Gebet für die Familien zurückzukehren, indem gerade von dieser Gebetsform Gebrauch gemacht wird.

Im Apostolischen Schreiben Novo millennio ineunte habe ich dazu ermutigt, dass die Feier des Stundengebetes auch von den Laien im gewöhnlichen Leben der Pfarrgemeinden oder in verschiedenen christlichen Gruppen39 vollzogen wird. Dasselbe wünsche ich auch für das Rosenkranzgebet. Hierbei handelt es sich nicht um zwei alternative Vorschläge, sondern um zwei einander ergänzende Wege der christlichen Betrachtung. Deshalb bitte ich all jene, die sich in der Familienseelsorge engagieren, mit Überzeugung zum Rosenkranzgebet anzuregen.

Eine Familie, die vereint betet, bleibt eins. Seit altersher wird der Rosenkranz in besonderer Weise als Gebet gepflegt, zu dem sich die Familie versammelt. Indem die einzelnen Familienmitglieder ihren Blick auf Jesus richten, werden sie befähigt, sich stets aufs Neue in die Augen zu schauen, miteinander zu sprechen, füreinander einzustehen, sich gegenseitig zu vergeben und in einem durch den Heiligen Geist belebten Liebesbündnis wieder neu zu beginnen.

Viele Probleme der heutigen Familien, insbesondere in der wirtschaftlich hochentwickelten Gesellschaft, hängen damit zusammen, dass die Kommunikation untereinander immer schwieriger wird. Es gelingt nicht mehr, gemeinsam Zeit zu verbringen, und sogar jene wenigen Augenblicke des Zusammenseins werden von den Bildern des Fernsehens beherrscht. Die Wiederbelebung des Rosenkranzgebetes in der Familie bedeutet, ganz andere Bilder in das alltägliche Leben hineinzulassen, und zwar die der Heilsmysterien: das Bild des Erlösers, das Bild seiner heiligsten Mutter. Die Familie, die zusammen den Rosenkranz betet, gibt ein wenig das Klima des Heimes von Nazareth wieder: sie stellt Jesus in den Mittelpunkt, sie teilt mit ihm Freud und Schmerz, sie legt Bedürfnisse und Vorhaben in seine Hände, von ihm schöpft sie Hoffnung und Kraft für den Lebensweg.

Das Rosenkranzgebet für die Kinder, und noch wichtiger mit den Kindern, – wobei sie vom zartesten Alter an zu dieser täglichen Atempause des ,,betenden Innehaltens“ in der Familie erzogen werden – ist sicher nicht die Patentlösung für jedes Problem, aber es ist eine geistliche Hilfe, die nicht unterschätzt werden darf. Dem könnte man entgegenhalten, dass der Rosenkranz ein Gebet sei, das dem Geschmack der Kinder und der Jugendlichen von heute wenig entspricht. Der Einwand bezieht sich vielleicht auf eine Art und Weise des Rosenkranzbetens, die es oftmals an Sorgfalt vermissen lässt. Unter der Voraussetzung, dass die grundlegende Struktur des Rosenkranzes gewahrt bleibt, spricht übrigens nichts dagegen, den mit Kindern und Jugendlichen in der Familie oder in Gruppen gebeteten Rosenkranz mit angebrachten symbolischen und praktischen Elementen zu versehen, die geeignet sind, das Verständnis und die Wertschätzung dieses Gebetes zu fördern. Warum nicht ausprobieren? Eine Jugendpastoral, die nicht nur auf nichts Wesentliches verzichtet, sondern begeistert und kreativ ist, kann mit der Hilfe Gottes durchaus so wichtige Dinge vollbringen. Die Weltjugendtage haben dafür den Maßstab angegeben! Wenn der Rosenkranz in guter Weise eingeführt wird, bin ich sicher, dass die Jugendlichen selbst die Erwachsenen noch einmal überraschen können, indem sie sich dieses Gebet zu eigen machen und es mit dem für ihr Alter typischen Enthusiasmus vollziehen.

Heilige Maria, Du Ursache unserer Freude, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Anbetungs-Benediktinerinnen

Eltern beten für ihre Kinder

von Johannes Paul II

aus: Redemptoris Custos

Möge der hl. Josef für alle ein einzigartiger Lehrmeister im Dienst an der Heilssendung Christi werden, einem Dienst, der in der Kirche jeden einzelnen und alle angeht: die Eheleute und die Eltern, jene, die von ihrer Hände Arbeit oder jeder anderen Arbeit leben, die Personen, die zum beschaulichen Leben wie jene, die zum Apostolat berufen sind.

Josef, der „gerechte Mann“ aus Nazaret besitzt vor allem die klaren Wesensmerkmale des Ehemannes. Der Evangelist spricht von Maria als „einer Jungfrau, die mit einem Mann namens Josef verlobt war“ (Lk 1,27). Ehe „das Geheimnis, das von Ewigkeit an in Gott verborgen war“ (Eph 3,9), Wirklichkeit zu werden beginnt, stellen uns daher die Evangelien das Bild des Ehemanns und der Ehefrau vor Augen.

(…) In den Worten der nächtlichen „Verkündigung“ vernimmt Josef´ nicht nur die göttliche Wahrheit über die unaussprechliche Berufung seiner Frau, sondern er hört außerdem wieder die Wahrheit über die eigene Berufung. Dieser „gerechte“ Mann, der ganz im Geist der vornehmsten Traditionen des auserwählten Volkes die Jungfrau aus Nazaret liebte und sich mit ihr in ehelicher Liebe verbunden hatte, wird von Gott nochmals zu dieser Liebe berufen.

„Josef tat, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich“ (Mt 1,24); das Kind, das sie erwartet, „ist vom Heiligen Geist“: muss man nicht aus diesen Aussagen schließen, dass auch seine Liebe als Mann vom Heiligen Geist neu belebt wird? Muss man nicht daran denken, dass die Liebe Gottes, die durch den Heiligen Geist in das Herz des Menschen ausgegossen ist (vgl. Röm 5,5), jede menschliche Liebe in vollkommenster Weise gestaltet? Sie gestaltet auch – und das in einzigartiger Weise – die bräutliche Liebe der Ehegatten, indem sie in ihr all das vertieft, was menschlich würdig und schön ist, was die Merkmale der ausschließlichen Hingabe, der Verbundenheit der Personen und der echten Gemeinschaft nach dem Vorbild der Dreifaltigkeit an sich trägt.

„Josef … nahm seine Frau zu sich. Er erkannte sie aber nicht, bis sie ihren Sohn gebar“ (Mt 1,24-25). Diese Worte weisen auch auf eine andere eheliche Nähe hin. Die Tiefe dieser Nähe und die Intensität der geistigen Einheit und des Kontakts zwischen den Personen – des Mannes und der Frau – stammen letztlich aus dem Geist, der lebendig macht (vgl. Joh 6,63). Josef, der dem Geist gehorsam war, fand eben in ihm aufs neue die Quelle der Liebe, seiner ehelichen Liebe als Mann, und diese Liebe war größer als jene, die sich „der gerechte Mann“ nach der Möglichkeit seines menschlichen Herzens hätte erwarten können.

Heilige Maria, Du Tempel des Heiligen Geistes, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Missionarinnen der Nächstenliebe

Eltern beten für ihre Kinder

von Johannes Paul II

aus: Redemptoris Custos

In der Liturgie wird Maria als die gefeiert, „die durch ein Band ehelicher und jungfräulicher Liebe mit Josef, einem gerechten Mann, verbunden ist“. Es handelt sich tatsächlich um zwei Weisen der Liebe, die gemeinsam das Geheimnis der Kirche als Jungfrau und Braut darstellen, die in der Ehe von Maria und Josef ihr Symbol findet. „Die Jungfräulichkeit und die Ehelosigkeit für das Reich Gottes stehen in keinerlei Widerspruch zum hohen Wert der Ehe, sondern setzen ihn voraus und bekräftigen ihn. Ehe und Jungfräulichkeit sind die beiden Weisen, das eine Geheimnis des Bundes Gottes mit seinem Volk darzustellen und zu leben“, der eine Liebesgemeinschaft zwischen Gott und den Menschen ist.

Durch seine völlige Selbstübereignung bringt Josef seine hochherzige Liebe zur Gottesmutter zum Ausdruck, indem er mit ihr die Ehe eingeht. Obwohl er beschlossen hatte sich zurückzuziehen, um dem Plan Gottes, der in ihr Wirklichkeit werden sollte, nicht im Wege zu stehen, behält er sie auf die ausdrückliche Anweisung des Engels hin bei sich und respektiert ihre ausschließliche Zugehörigkeit zu Gott.

Andererseits erwachsen Josef aus der Ehe mit Maria seine einzigartige Würde und seine Rechte über Jesus. „Sicher steht die Würde der Muttergottes so hoch, dass es nichts Erhabeneres geben kann; da aber zwischen der seligen Jungfrau und Josef ein Eheband geknüpft worden war, besteht kein Zweifel, dass er jener höchsten Würde, aufgrund welcher die Muttergottes alle Geschöpfe weit überragt, näher kommt als sonst irgendjemand. Da die Ehe die höchste Gemeinschaft und Freundschaft ist, mit der sich ihrer Natur nach die Gütergemeinschaft verbindet, ergibt sich daraus, dass Gott, wenn er Josef der Jungfrau zum Mann gegeben hat, ihn ihr nicht nur als Lebensgefährten, Zeugen ihrer Jungfräulichkeit und Beschützer ihrer Ehre gegeben hat, sondern auch, damit er durch den Ehevertrag an ihrer herausragenden Größe teilhabe“.

Ein solches Band der Liebe bestimmte das Leben der heiligen Familie, zunächst in der Armseligkeit in Betlehem, dann im Exil in Ägypten und danach am Wohnsitz in Nazaret. Die Kirche umgibt diese Familie mit tiefer Verehrung und stellt sie allen Familien als Vorbild hin.

Die direkt in das Geheimnis der Menschwerdung einbezogene Familie von Nazaret stellt selbst ein Geheimnis besonderer Art dar. Und zu diesem Geheimnis gehört – so wie bei der Menschwerdung – die wahre Vaterschaft: die menschliche Gestalt der Familie des Gottessohnes – eine vom göttlichen Geheimnis gestaltete echte menschliche Familie. In ihr ist Josef der Vater; seine Vaterschaft geht nicht auf die Zeugung von Kindern zurück; trotzdem ist sie nicht „scheinbar“ oder nur „Ersatz“, sondern sie besitzt die volle Authentizität der menschlichen Vaterschaft, des väterlichen Auftrags in der Familie.

Heilige Maria, Du Tabernakel der ewigen Herrlichkeit, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Karmel Jeutendorf

Eltern beten für ihre Kinder

von Johannes Paul II

aus: Redemptoris Custos

Auch über die Arbeit des Zimmermanns im Haus von Nazaret breitet sich dieselbe Atmosphäre des Schweigens aus, die alles, was sich auf die Gestalt des heiligen Josef bezieht, begleitet. Tatsächlich ist das Schweigen das hervorragende Kennzeichen des inneren Wesens dieser Gestalt. Die Evangelien sprechen ausschließlich von dem, was Josef „tat“; übereinstimmend decken sie jedoch in seinen bisweilen von Schweigen umhüllten „Handlungen“ eine Atmosphäre tiefer Beschaulichkeit auf. Josef stand in täglichem Kontakt mit dem „von Ewigkeit her verborgenen“ Geheimnis, das unter dem Dach seines Hauses „Wohnung genommen hat“. Dies erklärt, weshalb zum Beispiel die hl. Theresia von Jesus, die große Reformatorin des beschaulichen Karmel, die Erneuerung der Verehrung des hl. Josef in der abendländischen Christenheit so nachdrücklich förderte.

Josefs völlige Übereignung seiner ganzen Existenz an die Erfordernisse des Kommens des Messias in sein Haus findet den angemessenen Grund „in seinem unerforschlichen Innenleben, aus dem ihm einzigartige Anweisungen und Tröstungen zukommen und ihm die einfachen, reinen Seelen eigene Logik und Kraft zu großen Entscheidungen erwachsen, wie jener, seine Freiheit, seine rechtmäßige menschliche Berufung, sein Eheglück sogleich den göttlichen Plänen zur Verfügung zu stellen, indem er den Stand, die Verantwortung und die Last der Familie auf sich nimmt und um einer unvergleichlichen jungfräulichen Liebe willen auf die natürliche eheliche Liebe, die sie begründet und nährt, verzichtet“.

Diese Fügsamkeit gegenüber Gott, die Bereitschaft zur Hingabe in allem, was seinen Dienst betrifft, ist nichts anderes als die Ausübung der Frömmigkeit, die eine der Ausdrucksformen der Tugend der Gottesfurcht darstellt.38

Möge der hl. Josef für alle ein einzigartiger Lehrmeister im Dienst an der Heilssendung Christi werden, einem Dienst, der in der Kirche jeden einzelnen und alle angeht: die Eheleute und die Eltern, jene, die von ihrer Hände Arbeit oder jeder anderen Arbeit leben, die Personen, die zum beschaulichen Leben wie jene, die zum Apostolat berufen sind.

Heilige Maria, Du Wohnung, ganz Gott geweiht, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Herz-Jesu-Schwestern

admin Allgemein

Innerer Blick 1-2 (Nazaret-Betrachtung KW 20-21/2011)

23. Mai 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Innere Blick

„Der gläubige Mensch hat begriffen, dass die Gesamtheit der Wirklichkeit nicht alleine durch das was wir sehen, berühren, fühlen und riechen erschöpft ist. Er sucht einen weiteren Zugang zur Wirklichkeit. Für ihn liegt der Schlüssel zu deren Verständnis viel tiefer als das von den äußeren Sinnen erfassbare. Denn, für ihn ist nicht das am meisten „wirklich“ was man sieht, sondern das, was man nicht zu sehen vermag.“ (vergleich Benedikt XVI, Einführung in das Christentum)

Der „innere Blick“ sagt uns vor allem dies: Das tiefste Verständnis des anderen, das Verständnis, das bis zum inneren des anderen vordringt, ist ohne einen gewissen „Blick“ der aus der Tiefe des eigenen Herzens kommt nicht möglich. Ohne eine gewisse Herzenshaltung, einen „Blick der Liebe“ einem anderen Menschen gegenüber, wird dieser andere Mensch in seiner Tiefe nicht wirklich verstanden. Der „innere Blick“ sagt aber weiterhin etwas über die Person aus, die so schaut, der „innere Blick“ „verrät“, bringt das Herz zum Vorschein, die intime Welt des so Schauenden Menschen.

Jemand sagte einmal, dass es zwar stimmt, dass wir nicht lieben können, was wir nicht kennen. Aber um jemand wirklich tief kennenzulernen, muss man ihn lieben. Dieser innere Blick erlaubt es einen Liebenden tiefer zu schauen, als die oberflächlichen Erscheinungsbilder des anderen, tiefer zu schauen als die eigenen Erwartungshaltungen an den anderen, tiefer zu schauen, als die eigenen Wunschvorstellungen für diese Beziehung, als die Eigenschaften oder die Fähigkeiten des anderen, tiefer zu schauen als die Worte, die Blicke, die Gefühle, die Neigungen, tiefer als sogar die Taten des anderen zu schauen. Der Blick der Liebe, dieser Blick – der des Herzens- gibt sich nicht mit äußeren aber auch nicht mit inneren Begebenheiten des anderen zu Frieden, weil einem bewusst ist, all das ist noch nicht der andere, sondern ist einfach nur was der andere tut oder denkt oder sagt oder fühlt, wie der andere ausschaut, was der andere für Fähigkeiten hat, was vielleicht der andere mir gibt…aber all das ist noch nicht dieser andere selbst. Der innere Blick will weiter, will tiefer in das Innere des anderen hervordringen, will ihn oder sie selbst berühren, erfassen, erblicken.

Heilige Maria, Du mächtige Jungfrau, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Oblaten der Seligsten Jungfrau Maria (OMV)

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Innere Blick

Der innere Blick will weiter, will tiefer in das Innere des anderen hervordringen, will ihn oder sie selbst berühren, erfassen, erblicken. Aber wie soll das gehen? Holen wir kurz weiter aus.

„Im Anfang war die Erde wüst und wirr. Und der Geist schwebte über den Wassern…dann sprach Gott…und so war es…“
„Im Anfang war das Wort. Und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott…durch das Wort wurde alles, das geworden ist.“

Der Gläubige ist davon überzeugt, dass „am Anfang“, zutiefst „begraben“ in jeder Wirklichkeit, „tiefer“ als jeglicher genetischer Code nicht der Zufall und das Chaos steht, sondern göttliche Ordnung, Vernunft, die aus Liebe schafft und deren „Entschlüsselung“ vernünftig ist, nicht weil der Mensch in diese Wirklichkeit deren Vernünftigkeit hineinprojiziert, sondern weil er diese Vernünftigkeit der Realität in der Wirklichkeit selbst vorfindet.

Aber die „Vernünftigkeit“ der Realität steht nicht auf der Oberfläche. Das Gravitationsgesetz steht nicht auf der Schale des fallenden Apfels, da muss man schon sein Gehirn nutzen, um dieses Gesetz zu entdecken, da muss man mit seinen Verstand tiefer Graben, um die Gegenwart von Rationalität in den Dingen zu entdecken. Die tiefste Bedeutung des Menschen steht nicht auf seiner Stirn geschrieben, das „Warum?“ oder „Wozu?“ seines Mannseins oder Frauseins steht nicht in großen Buchstaben auf seinen Sexualorganen. Die tiefste Wirklichkeit des Menschen ist nicht sein Zusammengesetztsein aus chemischen und biologischen Begebenheiten, die logische Gesetze folgen, sondern, sein Personsein, die ihm zur Wahrheit und zur Liebe befähigt, sein Würde, sein „ich“ – dass immer grösser als alle physischen, geistigen und spirituellen Eigenschaften und Fähigkeiten sein wird. Aber das zu entdecken und in seiner tiefe zu erfassen, den anderen in seiner Ganzheit als Mensch zu ergründen, braucht sogar noch mehr als nur rationale Überlegungen.

Heilige Maria, Du gütige Jungfrau, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Kapuziner

admin Allgemein

Innerer Blick 3 (Nazaret-Betrachtung KW 22/2011)

23. Mai 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Die Größe des anderen, ihm in seiner Tiefe und Breite als Mensch zu erfassen, braucht es mehr als einen oberflächlichen Blick, letztlich, braucht es den Blick der Liebe. Weil es die Liebe ist, die schlicht und einfach vor allem daraus besteht zu sagen, dass der andere gut ist. Die Liebe ist zuallererst eine Bejahung des anderen: „Ja, Du bist gut, es ist gut, dass Du bist.“ Nur im Nachhinein wird man sich bewusst, dass dieses Sein des anderen auch für mich gut sein kann. Aber Liebe setzt früher an, Liebe sieht den anderen als gut in sich, unabhängig davon, ob er mir etwas gibt oder nicht. Der innere Blick des Herzens erlaubt einen erstmals den anderen zu sehen, als das was er oder sie ist, unabhängig davon, was für ein Gewinn dieses Gutsein des anderen einem selbst zu geben vermag. Der innere Blick ist eine Herzenshaltung, die Haltung der Liebe, der den anderen erstmals in seinem oder ihrem Gutsein in sich selbst betrachtet, es ist ein ja zum anderem in dem, was er oder sie ist, was immer viel mehr sein wird, als das, was der andere tut oder nicht tut, welche Fähigkeit oder Eigenschaft er oder sie hat oder nicht hat.

Der innere Blick ist aber kein unreifer Blick. Ein Mann, der zB eine schöne Frau sieht, sieht natürlich ihre äußere Schönheit, sieht wie sie aussieht, wie sie sich bewegt, wie sie spricht, wie sie sich verhält. Der innere Blick aber hilft ihm, nicht NUR das zu sehen, erlaubt ihm nicht in der oberflächlichen Betrachtung zu ertrinken oder berauscht zu werden. Der innere Blick hilft ihm tiefer zu sehen, mehr zu sehen, in erste Stelle Sie zu sehen, natürlich AUCH, wie sie ausschaut, aber diese „ausschauen“ ist im Kontext einer größeren, einer tieferen Wirklichkeit; nämlich, die Wirklichkeit dieser Frau selbst, im Kontext dieses, „es ist gut, das Du bist – unabhängig davon wie Du ausschaust, was für Fähigkeiten oder Eigenschaften Du hast, was für Leistungen Du erbringen magst.“ Aber das ist noch nicht alles.

Heilige Maria, Du getreue Jungfrau, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Sacre Coeur

admin Allgemein

Innerer Blick 4 (Nazaret-Betrachtung KW 23/2011)

23. Mai 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Der innere Blick ist nicht ein rein geistiger Akt, der das Ausschauen, Tun usw. des anderen überdeckt oder vergisst oder einfach so tut, als wäre das alles nicht. Nein. Der innere Blick verleiht vielmehr die Kraft, gerade in all dem äußerlich Erscheinenden das Tiefere zu entdecken….und das hat sehr konkrete Auswirkungen, gerade auch für das Ausleben der Sexualität. Den der innere Blick des Mannes entdeckt in der „nackten Frau“ Ihre Berufung zur Zweisamkeit, Ihr Dasein das sich in der liebenden Hingabe erfüllt, er entdeckt Sie. Sein innerer Blick führt ihm weiter und tiefer als die Oberfläche, sie ist für ihn weit mehr als eine Erfüllung seines eigenen sexuellen Reizes, ihre „Äußerlichkeit“ ist für ihn ein Träger einer tieferen Botschaft. Dieses „Äußere“ – Ihre Leiblichkeit und ALLES, was diese Leiblichkeit beinhaltet ist gerade das, was sie selbst für ihn vergegenwärtigt. Andersherum, entdeckt der innere Blick der Frau im „nackten Mann“ das Gleiche: seine Berufung zur Zweisamkeit, seine Berufung zur liebenden Hingabe, sie entdeckt ihn. Ihr innere Blick hilft ihr tiefer vorzudringen als die Oberfläche, mehr zu sehen als die Erfüllung Ihrer eigenen Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Sicherheit, nach einem Umfangensein, nach einem Gefühl des Wertseins für jemanden anderen, nach der Erfüllung ihrer Erwartungen, nach der Sehnsucht geschätzt zu sein oder einfach selbst als schön empfunden zu werden.

Ihre und seine konkrete Leiblichkeit, ihr Frausein und sein Mannsein, wie sie ihnen jetzt ihrer gegenseitigen Wahrnehmung vorgestellt wird, führt ihn und sie dazu zu sagen: es ist gut das Du SO bist, unabhängig, was dies mir vielleicht geben könnte, ich will, dass Du so bist wie Du bist, nicht anders.

Das heißt, der innere Blick ist nicht nur ein intellektueller Akt. Der innere Blick ist nicht nur die Entdeckung vom tieferen Sinn in der Leiblichkeit des anderen. Es ist nicht nur das Verstehen der Botschaft des Leibes, es ist nicht nur das tiefste „Gesetz“ der Leiblichkeit begriffen zu haben. Es ist nicht nur Begriffen zu haben, dass Leiblichkeit des Menschen die Botschaft mit sich trägt: dieser Mensch ist wertvoll in sich, unabhängig davon, was ich davon bekomme. Es ist eine Einstellung dieser Leiblichkeit gegenüber, es ist die Annahme dieser Botschaft, das „Ja“ zu dieser Botschaft, das Wollen dieser Botschaft, eine Umarmung dieser Botschaft, es ist ein Blick der Liebe. Der Punkt ist dies: ohne diese Liebe (den anderen nicht als ein „Gut für mich“ sondern als ein „Gut in sich“ zu bejahen) kann man die Botschaft des Leibes auch gar nicht begreifen, man muss es leben, um es zu verstehen. So mehr man es lebt, so mehr begreift man, was Leiblichkeit eigentlich ist, so mehr begreift man, wer…um konkret zu sprechen…meine Frau, mein Mann eigentlich ist. Ohne das praktizierend der Liebe, werden Worte und Bücher immer hohl bleiben.

Heilige Maria, Du Spiegel der göttlichen Heiligkeit, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Betlehem-Schwestern

admin Allgemein

Innerer Blick 5 (Nazaret-Betrachtung KW 24/2011)

23. Mai 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Durch den inneren Blick wird aber nicht nur der „Andere“ in seiner Leiblichkeit entdeckt, sondern, der innere Blick sagt etwas über den Menschen selbst aus, der so schaut. Wenn der Leib in sich eine tiefere Botschaft trägt, so bringen die äußeren Taten eines Menschen etwas über wie dieser Mensch selbst ist zum Vorschein.

„Wer immer eine Frau lüstern anschaut, hat schon Ehebruch mit ihr in seinem Herzen begangen.“ Wenn dieser Mann diese Frau „so“ anschaut, zeigt er dadurch, was er in seinem Herzen hat. Das Anschauen ist zwar ein leiblicher Vorgang, zeigt allerdings etwas tieferes, die Herzenshaltung und so die Haltung des Menschen als solches. Andersherum betrachtet, ist das anschauen ein inneres Handeln, welches sich äußerlich zeigt in eine gewisse Art des „Schauens.“ Der Mensch, der „so“ schaut beginnt den anderen nicht mehr als Geschenk – was der andere in seinem tiefsten Wesen ist – sondern als Objekt zu betrachten. Der Mensch, der „so“ schaut bringt so zum Vorschein eine Herzenshaltung, wenigstens in diesem Augenblick des Schauens, des Egoismus, nicht der Liebe. Genauso aber bringt der innere Blick der Liebe die Herzenshaltung des Menschen zum Vorschein, der eben anders schaut als derjenige, der lüstern schaut.

Wie groß die innere Freiheit des Menschen, der von einem inneren Blick beseelt und nicht vom äußeren Schein gefangen ist! Der innere Blick verleiht innere Tiefe, weil dieser Mensch nicht in der Oberflächlichkeit ertrinkt, nicht von augenblicklichen Gefühlen und Emotionen und Leidenschaften gefangen ist, nicht vom Moment versklavt den anderen innerlich oder äußerlich ergreifen muss sondern sich vom ihm in der Freiheit beschenken lassen kann.

„In der „Theologie des Leibes“ des Johannes Paul II, geht es nicht darum, den Leib nach der Art eines Arztes oder eines Biologen zu betrachten. Es geht nicht so sehr um die Frage „was ist der Leib?“ sondern, „wer ist der Mensch?“ Natürlich sieht auch der Gläubige den Leib vor sich, aber er sucht einen Zugang zu diesem Leib, der ihm die tiefere Bedeutung dieses Leibes zugänglich macht. Das will sagen, der Leib ist für den Gläubigen nicht nur Leib. Er deutet über sich hinaus. In sich trägt er eine tiefere Botschaft die es zu lesen gilt.“ Don Asci, Vorträge zu Theologie des Leibes, Wien 2007.

Heilige Maria, Du Sitz der Weisheit, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Johannesbrüder

admin Allgemein

Erlösung des Herzens 1-3 (Nazaret-Betrachtung KW 14-16/2011)

23. April 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Erlösung des Herzens

„Wir können nicht damit enden, dass wir das Herz, wegen der Manifestationen der Konkupiszenz des Fleisches, in einem Status des kontinuierlichen Verdachts zu versetzen…die Erlösung ist eine Wahrheit, eine Realität im Namen dessen der Mensch sich berufen fühlen muss, und zwar mit Wirksamkeit.“ TOB 46:4

„Was mich am meisten an diesem Wochenende beeindruckt hat, war es, echte Männer kennenzulernen, die mir Mut machen selbst danach zu streben, ein echter Mann zu sein.“ Der Kontext dieser Aussage eines Studenten während ein „Grenzenlos“ (cf. www.liebeleben.com) Männerwochenende war der Zweifel daran, dass die „Liebe“, von der wir in den vorherigen Beiträgen gesprochen haben, wirklich lebbar ist. Ist Liebe, die wirklich „nackt und ohne Masken“ ist, die mehr den anderen als sich selbst sucht – auch und gerade in der Auslebung der Sexualität – nicht schlicht und einfach eine Utopie? Spricht man hier nicht von einem schönem Idealbild, das aber leider völlig Lebensfremd und unrealistisch ist? Man kann hier das Gegenteil behaupten, aber letztendlich, sind es die Männer und die Frauen…die echt und tief ihr Mannsein und Frausein vorleben, die es der Welt wieder zeigen werden, dass es hier nicht um Utopien, sondern um eine Realität geht: die Realität der Erlösung.

Das in Frage stellen der „Lebbarkeit“ von „erlöste Sexualität“ ist ein in Fragestellen der Macht der Erlösung selbst, nach dem Motto: Gott hat uns erlöst, nur hat er dabei Sex vergessen.

Natürlich würde sich der nicht Gläubige an dieser Stelle fragen, warum man jetzt gerade wieder an dieser Stelle mit dem Glauben kommt. Deswegen ist der Ansatz des Papstes in den oben zitierten Text so genial: das Vertrauen im eigenen Herzen, das Vertrauen, dass ganz tief in mir nicht das Chaos und der Hang zum Verkehrten und auch nicht nur der Hang zum halb guten sitzt, sondern die Sehnsucht nach der Liebe und nach Liebe und Leben in Fülle, das Vertrauen, dass die tiefsten Sehnsüchte des Herzens stimmen, dass sie nicht zum Scheitern verdammt sind, sondern erfüllt werden können.

Heilige Maria, Du Mutter des Schöpfers, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Karmel, Wien

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Erlösung des Herzens

„Was hat uns die Erlösung in diesem Leben in Hinblick auf unseren ungeordneten sexuellen Tendenzen WIRKLICH gebracht? Danach beginnen sich die Fragen zu multiplizieren. Können wir den Lustdrang überwinden? Wenn nicht, was tun mit unseren Neigungen? Wenn ja, zu welchem Grad und wie in dieser Gnade eintreten? Wie sieht ein Leben der „sexuellen Erlösung“ aus?“ Christopher West, „the pivotal Question“ 2009.

Die Erlösung des Herzens ist eine Reise ins Innere. Ja, das Herz hat Verwundungen, Ja, der Hang danach, die Liebe in Egoismus zu verwandeln ist uns allgegenwärtig und immer wieder eine Versuchung, die uns zutiefst trifft. Aber die Wunden sind nicht alles, sondern deuten vielmehr darauf hin, dass dieser Zustand nicht der Normalzustand ist. „Erlösung“ ist Erlösung von etwas. Es bedeutet nicht nur die tiefen Wunden des Herzens zu entdecken, und sogar nicht einfach diese Wunden zu heilen. Nein, es geht um Fülle des Lebens, echte Erlösung, Umwandlung des ganzen Menschen.

Heilige Maria, Du Mutter des Erlösers, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Borromäerinnen

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Erlösung des Herzens

Vor einiger Zeit las ich in einem Buch eines Priesters, wie dieser Traurig wurde als ihm jemand sagte, er könne nicht daran glauben, dass er das Zölibat wirklich lebte. Denn ein Mann „müsse“ könnte doch nicht einfach seine „Hormone widerstehen.“ Dieser Priester wurde traurig, weil er merkte, dass derjenige, der mit ihm sprach offensichtlich sich entweder gar nicht bewusst war, dass es bei uns Menschen bei der Sexualität nicht einfach um Sex geht, sondern um Liebe, oder, eine zweite noch traurigere Möglichkeit: er glaubte nicht mehr daran, dass es für den Menschen möglich wäre, nicht von seinen Trieben gefangen zu sein, er glaubte gar nicht mehr an die Möglichkeit der inneren Freiheit und in der „Freiheit des Geschenks“ – dass heißt, dass es für den Menschen möglich ist sich „frei“ zu geben, ohne dazu von innen oder von außen dazu gezwungen zu werden – nicht von den Erwartungshaltungen des anderen, nicht von seinen eigenen „Hormonen“, nicht von seiner Sucht nach Bestätigung oder sonst etwas.

Wenn man von „Erlösung des Herzens“ sprechen, dann ist hier die Rede davon, dass der Mensch, mittels der Hilfe Gottes, die Fähigkeit hat, Herr über sich selbst zu werden, aber nicht nur in diesem Sinne, dass er sich selbst und seine „Triebe“ oder „Hormone“ in Griff hat. Die Erlösung des Herzens geht VIEL weiter, denn es bringt den Menschen so weit, dass er nicht nur durch seinen Willen, die Begierde „zähmt“ und „lenkt“ sondern die Begierde selbst verwandelt und umformt. Das „erlöste Herz“ will und wünscht gar nichts anders, als mit den Erfordernissen der Liebe zu handeln und zu sein, weil es von dieser Liebe durchdrungen ist. Dies zerstört keineswegs die Wucht und die Kraft sexuellen Verlangens, im Gegenteil. Sexuelles Verlangen wird gesteigert dort, wo es von Liebe inspiriert und frei von Begierde ist – aber, und das ist höchst bemerkenswert, dort wo sexuelles Verlangen von Begierde geleitet es, tendiert es zu verdumpfen.

Die Erlösung des sexuellen Verlangens eröffnet eine ganz neue Dimension, eine neue Sicht, die vielleicht für viele, die noch wenigstens teils von der Begierde gefangen sind, als utopisch empfunden wird, wenn nicht komplett unverständlich erscheint. Das ist nachvollziehbar. Auch wenn ich das beste Auto der Welt habe, wenn ich mein Leben lang mit einen platten Reifen herumgekommen bin (um ein Vergleich von Christopher West zu nutzen), dann tue ich mir schwer die Freude dessen nachzuvollziehen, der mit einem funktionierenden Reifen fahren kann.

Heilige Maria, Du Mutter der Barmherzigkeit, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Oratorium

admin Allgemein

Erlösung des Herzens 4 (Nazaret-Betrachtung KW 17/2011)

23. April 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Erlösung des Herzens

Auf diesem Weg der Erlösung des Herzen sind vor allem 2 Schritte von Nöten. Der erste Schritt ist die Disziplin. Die erscheint im ersten Augenblick als etwas negatives, aber ist nicht so. Wenn jemand merkt, dass er gerade auf der Autobahn mit 260 kmh in die falsche Richtung fährt, muss er erstmals kräftig auf die Bremse treten, zuvor er wieder in die andere Richtung fahren kann. Ich kann nicht einfach mit dem Finger schnippen und sofort in die andere Richtung fahren. Das wäre zwar sehr wünschenswert, aber geht nicht. Ich komme dem auf die Bremse treten nicht herum. Das sollte einem nicht frustrieren, auch nicht entmutigen, es ist einfach der notwendige Schritt, um in die andere Richtung fahren zu können. Mit der Erlösung des Herzens in Bezug auf die sexuellen Neigungen ist es ähnlich. Wenn man merkt, dass diese von der Begierde noch bestimmt sind, dann muss man zuerst „auf die Bremse treten“ muss zuvor man sich der „Fülle“ des Lebens und der von der Liebe durchdrungenen sexuellen Verlangen erfreuen und beleben kann.

Wie tritt man auf die Bremse? Man spielt keine Sekunde mit der Versuchung, man vermeidet die Gelegenheiten, man passt auf, was für Bilder in seinem Innern durch Unterhaltungen, Internet, DVDs usw. hineinzieht, man „tut was man tut“, um jegliche freien Lauf der Vorstellungskraft zu vermeiden, man kontrolliert die Neugier unbedingt alles wissen oder sehen zu müssen, man hat einen geregelten Lebensrhythmus wo man Extreme vermeidet, die einem sehr ermüden und anfällig für das Verstellen der wahren Liebe macht. Man trachtet danach genügend Raum der frischen Luft, körperliche Übung und mentale Entspannung zu geben, man vermeidet die Entmutigung wie die Pest, wenn nötig geht man zu Beichte und steht von einem Fall sofort wieder auf und geht weiter, setzt sich neue Ziele, wenn Entmutigung einem zu beherrschen erscheint die Entmutigung selbst einfach Gott hinlegt und weiter sein Bestes gibt. Vor allem versucht man seinen Willen zu stärken. Der Wille ist ein Muskel, und den muss man trainieren. Wer nicht fähig ist, trotzdem zu beten, obwohl er sich schlecht fühlt, trotzdem jemand ein Lächeln zu schenken, obwohl er selber nicht gut drauf ist, trotzdem mal mehr Leber und weniger Pommes zu essen…der wird es sehr schwer haben wenn es darum geht, seine sexuellen Tendenzen in Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Liebe zu bringen. Man greift nach den übernatürlichen Hilfsmitteln wie das Gebet, Beichte, Eucharistie, das Evangelium. Man versucht die Nächstenliebe intensiv zu leben. Öfters ist das Problem hinter der Begierde der Egoismus: Begierde ist ja ein die Dinge an SICH reißen zu wollen, die Dinge konsumieren zu wollen – man ist zu selbst zentriert, und da kann die Nächstenliebe und das sich selbst vergessen sehr viel helfen.

Heilige Maria, Du weise Jungfrau, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Zisterzienser Heiligenkreuz

admin Allgemein

Erlösung des Herzens 5 (Nazaret-Betrachtung KW 18/2011)

23. April 2011

Eltern beten für ihre Kinder

von P.George Elsbett LC

Erlösung des Herzens

Der Kampf gegen die Begierde ist das, ein Kampf, der mit viel Ringen verbunden ist. Desto mehr aber man sich diesem Kampf widmet, desto mehr wird man mit der Zeit merken, dass ein gewisser Frieden in diesem Ringen einkehrt.

Hier ist es vielleicht die Bemerkung von Christopher West in seinem vorherbenannten Artikel von Interesse. Ein Mensch der sich selbst erfolgreich von der Sünde im Griff behalten kann ist „Selbstbeherrscht“ aber noch lange nicht Tugendhaft. „Selbstbeherrschung“ ist noch nicht Tugend da Tugend das richtig innere Wünschen und Streben voraussetzt – und das fehlt in der reinen Selbstbeherrschung. (Cf. Thomas von Aquin, Summa Th., Prima Secundae, q. 58, a. 3, ad 2).

Die „Erlösung des Herzens“ geht weiter als die bloße „Bremse.“ Die Tugend will von innen her, aus einer inneren Überzeugung und Kraft, das Tun und das Wollen des Menschen verwandeln. Die Tugend wird nicht von „Außen“ auferlegt, sondern ist eine innere Richtschnur des Herzens. Die Tugend wächst aber nicht, in dem man darüber Bücher liest, sondern, in dem man sie ausübt. Liebe wächst durch das Lieben, nicht in dem man Bücher über die Liebe liest. Diese können helfen, motivieren, unterstützen, aber die eigentliche Liebe wächst nur durch das Handeln in der liebe. Wie geht das? Der Versuch, jeden Menschen zu lieben wie er ist, in ihm/in ihr den ganzen Menschen zu sehen, seine Bedürfnisse, seine Wünsche, seine Sehnsüchte. In allem, auch in der sexuellen Vereinigung nicht sich selbst, sondern den anderen versuchen glücklich zu machen, die unterschiedliche Erregungskurven zu respektieren, auf die Empfindlichkeiten, Ängste, Sehnsüchte des anderen eingehen. Niemals den anderen als Mittel für meine Befriedigung zu sehen, sich ausüben in den „inneren Blick“ – der mehr sieht als nur den Körper, vielmehr, weil dieser Blick den Menschen in seiner Ganzheit, sein „DU“ betrachtet, der eine unglaubliche Würde hat, für den man bereit sein will, zu sterben. „Alles ist Rein für die Reinen“ sagt Paulus. Für einen dessen Herz erlöst ist, wird es fast unmöglich, jemand anderen „mit Begierde“ anzuschauen, es kommt ihm gar nicht im Sinn (Natürlich kann Tugend verloren werden, deswegen gilt auch hier eine gesunde Wachsamkeit als angebracht, um jeglichen Stolz zu vermeiden. Die Erlösung letztendlich wirkt Gott, nicht der Mensch, und derjenige, der zu sehr beginnt selbst sicher zu werden, ist nicht weit weg von einer bösen Überraschung). Vor einiger Zeit habe ich mitbekommen, wie eine Dame hin und weg war, einfach von der Art und Weise wie sie von einem Mann angeschaut wurde, wo dieser reine Blick für Sie wie ein Fenster wurde, durch dessen der Herr selbst sie anschaute.

Heilige Maria, Du ehrwürdige Jungfrau, bitte für uns!

Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Anbetungs-Klarissen

admin Allgemein