Bräutliche Bedeutung des Leibes (Nazaret-Betrachtung KW 31-33/2011)
von P. George Elsbett LC
Das Konzept „Bräutliche Bedeutung des Leibes“ erscheint in den Katechesen von Johannes Paul II über die Theologie des Leibes 117 mal. Es ist der zentralste und wichtigste Begriff der ganzen Theologie des Leibes. Begründet ist der Begriff in der Bewertung, dass der Leib in seiner zweifachen Form des Daseins – als Mann und als Frau – sowie der Sexualakt selbst, gut ist. Inhaltlich will der Begriff zum Ausdruck bringen, dass der Leib durch das Geschenk seiner selbst zum Ausdruck der Liebe wird. Oder, anders ausgedrückt: das Attribut „bräutlich“ bezieht sich auf der Fähigkeit des Menschen durch seinen Leib Liebe auszudrücken in dem er durch diesen Leib zum Geschenk wird. In dieser Weise erfüllt der Mensch den Sinn seines Daseins. Noch mal anders: Die „bräutliche Bedeutung des Leibes“ will zum Ausdruck bringen, dass der Leib von innen her auf die „Gemeinschaft von Personen“ orientiert ist, für diese Gemeinschaft geschaffen und letztendlich, seine Erfüllung in der Gemeinschaft mit Gott selbst und, durch ihn, mit der „Gemeinschaft der Heiligen,“ findet.[1] <<<<<<<<
Der Leib deutet von sich aus auf Gemeinschaft hin. Das ist, was wir im „Mannsein“ und „Fraussein“ des Menschen entdecken können. Der Leib in seiner männlichen und in seiner weiblichen Form sagen etwas aus: ich bin nicht für mich selbst geschaffen, ich kann in meinem Leib einen tiefen Sinn entdecken, ein Ruf zur Liebe. Gerade weil Liebe nur frei geschenkt und nicht erzwungen werden kann, bleibt der „Ruf“ des Leibes zur Gemeinschaft in der Liebe immer nur ein „Ruf“. Ob der Mensch den Sinn seines Daseins erfüllt oder nicht hängt von der Freiheit seiner Gabe ab, mit anderen Worten, ob er sich selbst in der Liebe zum Geschenk macht oder auch nicht. <<<<<<<<
Das sichtbare Spezifische des Mannes und das sichtbar Spezifische der Frau deuten hin auf eine unsichtbare Wirklichkeit, die „bräutliche Bedeutung“, die sich in einer dreifachen Erfahrung zum Ausdruck bringt: in der Einsamkeit, in der Einheit und in der Nacktheit. Diese drei Aspekte formen die Basis eines Verständnisses von dem, was dem Menschen wesentlich ist.[2] <<<<<<<<
Diese drei Begriffe – Einsamkeit, Einheit, und Nacktheit, betrachtet in der vierfachen Ordnung – das des Paradieses, das der gefallenen Welt, das der erlösten Welt und das des Himmels, bildet den Inhalt der ganzen Theologie des Leibes. Ein Überblick, wie, Anhand der drei erwähnten Grundaspekte des Menschlichen, die Geschichte des Menschen von Anfang her bis zu der Ordnung des Himmels hin aus der Perspektive eines Glaubenden Menschen zu verstehen ist, kann einen Gesamtbild der ganzen Theologie des Leibes und so des Menschen verleihen. <<<<<<<<
[1] Vgl. John Paul II, Man and Woman He Created Them, Boston 2006, S. 682-683. Dieser Absatz ist eine von mir abgeänderte und ergänzende Übersetzung der Erläuterungen im „Index of words and phrases“ des Übersetzers und Herausgebers dieses Buches, Michael Waldstein, zum Begriff, “Spousal meaning of the body.”
[2] Johannes Paul II, TdL, 13,2. <<<<<<<<
Heilige Maria, Du elfenbeinener Turm, bitte für uns!
Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Zisterzienserinnen Marienfeld
von P. George Elsbett LC
Einsamkeit
+ Ordnung von „Eden“ – Ordnung „des Anfangs.“
„Einsamkeit“ hat in deutschen eher einen negativen Beigeschmack (da passt der vom Latein abgeleiteter englischer Begriff „solitude“ besser). Der Mensch wird definiert nicht in Bezug zu den Dingen im Garten, sondern in seinem Bezug zu Gott, er ist Gottes Abbild.
Der Mensch erfährt sich als einzigartig und in diesem Sinn „alleine“ – er ist nicht wie der Stein, auch nicht wie eine Orange. Seine „Einsamkeit“ wird als positiv erfahren in dem Sinn, dass er nicht wie die anderen Dinge im Garten ist, sondern sich sehr wohl leiblich erfährt aber in seiner Leiblichkeit seine Subjektivität entdeckt. Diese Subjektivität drückt sich insbesondere in seiner Freiheit aus: er wird geboten, nicht von einen der Bäume im Garten zu essen – Steine kann man nicht befehlen, Orangen auch nicht. Seine Freiheit bringt mit sich Verantwortung. Verantwortung tragen setzt voraus, die Fähigkeit diese zu erkennen. Wenn er vom Baum isst, hätte er besser wissen sollen. Das heißt, erlebt „am Anfang“ seine Fähigkeit Wahrheit zu erkennen. Seine Freiheit befähigt ihn aber auch zur Liebe, ohne Freiheit ist Liebe nicht möglich, eine aufgezwungene Liebe ist ein Widerspruch. Wahrheitserkenntnis und Liebesfähigkeit sowie das damit verbundene Verantwortungsbewusstsein kennzeichnen die „Einsamkeit“ des Menschen und all das, wird als „gut, sehr gut“ von Gott her bestätigt. Hierauf beruht die erste Begründung der Würde des Menschen, in diesem „sehr gut sein“ des Menschen „am Anfang“ – in seinem tiefsten Sein. <<<<<<<<
Ordnung der gefallenen Welt.
Der Mensch wird wirklich „einsam“, er vertraut nicht auf Gottes Ordnung des „Schenkens und Geschenkt werden (siehe „Gemeinschaft“ in der Ordnung des „Anfangs“) sondern will aus der „Gemeinschaft“ ausbrechen, Dinge und andere an sich reißen, sie nützen für die eigene Zwecke. Seine Begierde drängt ihm dazu, statt sich beschenken zu lassen, den „Apfel“ selbst an sich zu reißen, selbst zu bestimmen was gut und schlecht für ihm ist und dadurch selbst sich zu „Gott zu machen“ – die Lüge zu glauben – „ihr werdet wie Gott sein“ – denn er war schon wie Gott, aber durch das Nachlaufen der Lüge, hat der Mensch begonnen sein „wie Gott sein“ zu verlieren in dem er der Liebe den Egoismus bevorzugt hat. Dadurch wird er immer mehr auf sich selbst angewiesen, er muss kontrollieren, er muss beherrschen, er muss alles in der Hand haben und er verfällt in einer immer größeren Alienation mit sich selbst und mit anderen. Aber gerade das lässt ihm seine ursprüngliche „Einzigartigkeit,“ seine Einsamkeit verlieren, denn er ist nicht mehr Herr über sich selbst, sondern wird immer mehr bestimmt von Außen her, von dem, was er nicht in seiner tiefen persönlichen „Einsamkeit“ wirklich ist: von der öffentlichen Meinung, von Erwartungshaltungen anderer, von seinem Egoismus, von seinen Begierden usw. <<<<<<<<
Heilige Maria, Du goldenes Haus, bitte für uns!
Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Töchter der göttlichen Liebe
von P. George Elsbett LC
Ordnung der erlösten Welt, Ordnung der Barmherzigkeit.
Der Mensch wird wiedergefunden. (Lk. 15,23 – der verlorene Sohn). Der verlorene Sohn war weit weg von sich selbst und von seiner Beziehung zum Vater gegangen, er war „verloren“ und nicht mehr wirklich bei sich. Gerade in seiner tiefsten Not, kommt ihm der Vater entgegen, schlachtet das Mastkalb für ihm. So dass er nicht sterben müsse, heftet Gott den Schuldschein des Menschen auf sein eigenen Kreuz, er selbst ist das „Mastkalb“. Wir sind „reingewaschen im Blut des Lammes.“, „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab.“ Der Mensch wird von Gott beim Namen genannt: „Maria!“ „Rabbuni!“ Durch die Nachfolge des „Rabbunis“, durch das Entgegenkommen Gottes und die Nutzung der eigenen Fähigkeit zur Freiheit und zur Erkenntnis der Wahrheit über sich selbst und über Gott, beginnt der Mensch erneut „Ja“ zu Gott (mir geschehe nach Deinem Wort) zu sagen, vor allem, durch die Kraft dessen, der für den Menschen im einem Garten wieder „Ja“ sagt zu Gott („Vater! Nicht mein Wille sondern Dein Wille soll geschehen!). Die Verantwortung für die Nutzung der eigenen Freiheit wird immer weniger als eine Zwangsjacke eines Tyrannen empfunden, sondern als die Liebe eines Vaters, dem man sein Vertrauen schenken kann. Nach dem der Mensch in einem Garten zu Vater „nein“ gesagt hatte, ist durch das neue „Ja Vater!“ das hineinbrechen des neuen Friedens und Selbstsicherheit und wahre „Einsamkeit“ des Menschen eingeleitet worden. Gott erlöst das Herz und nach und nach wird die Begierde besiegt, der Mensch findet wieder zu Gott, dadurch zur Gemeinschaft – „wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm“ – und dadurch zu sich selbst. <<<<<<<<
+ Ordnung des Himmels.
Der Mensch findet sich selbst wieder, er wird in seiner Einzigartigkeit bestätigt (Off. 14,1): ICH trage seinen Namen. Sein Name ist nicht der Feind, sondern der Garant für meiner Einzigartigkeit, für meine „Einsamkeit“ – ich bin gut und ich bin wer ich bin, gerade WEGEN meiner Beziehung zu Ihm. <<<<<<<<
Heilige Maria, Du Arche des Bundes, bitte für uns!
Diese Woche betet folgende Gemeinschaft für die Nazaret Gebets-Familien:
Caritas Socialis
